Was ist Kickboxen?

 

Was ist Kickboxen?

 

Kickboxer besitzen ein hohes Maß an technischem Können, taktischer Intelligenz, ausdauernder Kondition, hoher moralischer Qualifikation und starken Willenseigenschaften. Die Leistung äußert sich zunächst in Form des Erfolges nach Punkten, Abbruch oder k.o. Dies setzt technisch-taktische, konditionelle sowie ausgeprägte psychische und moralische Eigenschaften der Kämpfer voraus. Wie wird trainiert? Zu unserem Trainingsablauf gehören ein umfangreiches Aufwärmprogramm, ein Dehnungsteil und schließlich das Kampftraining. Der Anfänger trainiert zunächst Einzeltechniken, später Kombinationen und bei genügender Sicherheit Kampftraining. Mit Hinblick auf Gezielten Gürtelprüfungen muss darüber hinaus noch Theorie, Fallschule und Selbstverteidigung für sogenannte Standardsituationen betrieben werden.
Bruce Lee, einer der wohl bekanntesten Kung-Fu-Legende und Filmhelden überhaupt, hatte in den 70er Jahren dann die Idee, einen Wettkampfsport mit Schutzausrüstungen einzuführen. Jene Ausrüstung' wurde dann von seinem Freund John Rhee für das neu entwickelte "AII-Styl-Karate" entworfen, welches später in "Kickboxen" umbenannt wurde. Heute finden sich in dieser Sportart Einflüsse aus Karate, Kung-Fu, Tae-Kwon Doound Boxen wieder.

 

1974 wird unter der Regie von Mike Anderson die erste Kickbox-Weltmeisterschaft ausgerichtet. Die beiden Gründungsmitglieder Mike Anderson und Georg F. Brückner führten die traditionellen fernöstlichen Kampfsysteme zusammen, um einen sportlichen Wettkampf mit einheitlichen Regeln zu erhalten. So entstand der Weltverband WAKO (World Association of Kickboxing Organisation), deren Förderer und Präsident Georg F. Brückner wurde. Noch heute erinnert der Georg F. Brückner Pokal an die Entstehungsgeschichte dieser Sportart. Die WAKO ist weltweit der größte Amateur-Kickbox­Verband; Zwischen 1974 und heute folgten jedoch noch weitere große Verbände: WKA (World Kickboxing Association),WKU (World Kickboxing Union) und ISKA (International Sportkickboxing Association).        "So wie man trainiert - so kämpft man auch."

 

Neben dem Wettkampf liegt eines der Ziele des Trainings in den Gürtelgraden. Die Graduierung der Sportler unterteilt sich in 8 Schülergrade und zwar in gelb,2.gelb ,grün,2.grün,blau,2.blau,braun,2.braungurte. Danach folgen die DAN bzw. Meistergrade, welche durch einen schwarzen Gürtel ersichtlich sind. Ein großer Schwerpunkt der Ausbildung wird bei uns auch auf die Selbstverteidigung gelegt, was für Sportler, die nicht soviel am Wettkampf interessiert sind besonders wichtig ist. Bei uns werden keine Straßenschläger ausgebildet, durch das Training werden viele Aggressionen abgebaut und durch die Persönlichkeitsbildung die ein Sportler im laufe der Zeit entwickelt, geschieht das Gegenteil. Durch die veränderte Persönlichkeit geht ein Kampfsportler solchen Auseinandersetzungen aus dem Weg. Sollte es jedoch einmal nicht zu Vermeiden sein, wird er sich im Rahmen seiner erlernten Möglichkeiten, dann aber zu Verteidigen wissen.

 

Wettkampfarten: Es gibt verschiedene Wettkampfarten, in denen sich Gegner gleicher Gewichtsklassen im Ring bzw. auf der Matte gegenüber stehen. Semikontakt  (Point Fighting)Beim Semikontakt wird nach jedem erfolgreichen Treffer am Körper des Gegners der Kampf kurzzeitig unterbrochen, und die Kämpfer begeben sich wieder in die Ausgangsstellung. Jeder Treffer wird während dieser kurzen Unterbrechung von drei Kampfrichtern bewertet. Können sich die Kampfrichter nicht mehrheitlich auf eine Bewertung einigen, gibt es keinen Punkt, denn die Techniken sollen sauber und eindeutig ausgeführt werden. Letztendlich gewinnt derjenige der am meisten Punkte zugesprochen bekommt. Semikontaktkämpfe werden häufig auf Matten und nicht im Boxring ausgetragen. Die Größe der Kampffläche variiert zwischen 6x6 und 8x8 Metern.

 

Jede saubere Technik, die ein erlaubtes Ziel erreicht und mit leichtem Kontakt trifft, wird je nach Schwierigkeitsgrad mit folgenden Trefferpunkten bewertet(Die Punkte können bei verschiedenen Verbänden variieren):

 

1 Punkt für erlaubte Handtechniken aller Art zum Kopf und/oder Körper

 

·1 Punkt für erlaubte Fußtechniken aller Art zum Körper

 

·1 Punkt für Fußfeger, klares Brechen des Gleichgewichts, Gegner geht zu Boden

 

·2 Punkte für erlaubte Fußtechniken aller Art zum Kopf

 

·2 Punkte für Fußfeger mit sofortiger Folgetechnik

 

·2 Punkte für erlaubte Sprungfußtritte zum Körper

 

·3 Punkte für erlaubte gesprungene Fußtechniken aller Art zum Kopf

 

Leichtkontakt

 

Beim Leichtkontakt wird meist auf Matten gekämpft. Das Ziel ist es, mehr Treffer als der Gegner zu erzielen. Im Gegensatz zum Semikontakt wird nicht nach jedem erzielten Treffer unterbrochen, sondern weitergekämpft. Das Tragen von Schutzausrüstung (geschlossene, meist 10 oz Handschuhe bei Männern, und bei Frauen, Fuß- und Schienbeinschutz, Kopfschutz, Tiefschutz bei Frauen Brustschutz und natürlich ein Gebissschutz) ist Pflicht. Leichtkontakt ist technisch und vor allem konditionell sehr fordernd und anspruchsvoll. Im Turnierbetrieb gehören die Leichtkontaktkämpfe zu den Highlights solcher Veranstaltungen. Jede Runde ist durch jeden Punktrichter einzeln zu bewerten. Die Bewertungen einer Runde soll erfolgen: Nach der Anzahl der tatsächlichen Treffer. Außerdem kann nach jeder Runde ein Hilfspunkt für die bessere Technik und Taktik vergeben werden, der sich nach folgenden Kriterien zusammensetzt:

 

·Wirksamkeit der Angriffe

 

·Kombinationsfähigkeit

 

·Sauberkeit des Kampfstils

 

·Wirksamkeit der Verteidigung

 

·Ausgeglichenheit von Hand- und Fußtechniken

 

·Gesamteindruck der sportlichen Leistung

 

Die Kriterien nach denen sich der Hilfpunkt zusammensetzt, gelten sowohl als auch für Leicht- und Vollkontakt.

 

Vollkontakt

 

Die Vollkontakt-Variante des Kickboxens wird im Gegensatz zu den anderen Kampfstilen in einem Boxring ausgetragen. Dabei kann der Kampf nicht nur über Punkte gewonnen werden, sondern auch durch K.O .. Dies kann sowohl durch einen Niederschlag des Gegners (K.O.) erfolgen, wie auch durch die Kampfunfähigkeit des Gegners (technischer K.O.). Bei vielen Vollkontaktkämpfen sind Tritte gegen die Oberschenkel erlaubt (Fullcontact mit Lowkicks). Vielfach wird von dieser Disziplin auch als sog. "Königsdisziplin" im Kickboxen gesprochen.

 

Punktewertung: (Auch hier können die Angaben, abhängig vom jeweiligen Verband abweichen)

 

·1 Punkt für erlaubte Handtechniken aller Art zum Kopf oder Körper

 

·1 Punkt für erlaubte Fußtechniken auf den Oberschenkel (nur bei Fullcontact mit Lowkicks)

 

·2 Punkte für erlaubte Fußtechniken aller Art zum Körper

 

·3 Punkte für erlaubte Fußtechniken aller Art zum Kopf

 

·-1 Punkt für Schläge unter die Gürtellinie (Hier ist der direkte Bereich unter der Gürtellinie gemeint. Also der Schritt. Wie schon oben erwähnt, kann der Kick zum Oberschenkel erlaubt sein. Dies hängt vom Verband ab. Auch eine Vereinbarung zwischen den Verantwortlichen und den Kämpfer bzw. Kickboxställen ist möglich. Dies ist oft der Fall, wenn die Kämpfer in unterschiedlichen Verbänden kämpfen und sich das Regelwerk in diesem Punkt unterscheidet. )